Predigt Text: Lukas 15:1-7

2. Sonntag nach Trinitatis

Thema: Gott geht uns nach wie der Hirte das verlorene Schaf sucht und findet.

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus Amen.

Liebe Gemeinde,

Der Predigttext vom verlorenen Schaf erinnert mich an eine Geschichte aus meiner Kindheit. Meine Eltern hatten große Not als sie mich eines Tages zuhause nicht finden konnten. Ohne dass sie es wußten bin ich als dreijähriger Junge mit meinen Hunden auf Entdeckungsreise gegangen. Wir wohnten auf einer Farm. Nicht weit vom Haus, im einem Tal wo ganz viele Baumstumpen herausgebaggert worden waren, fand ich es höchst interresant. Wasser hatte sich in den großen Löchern angesammelt und dieser Ort eignete sich als  hervorragender Spielplatz. Mir und meinen Hunden ging es recht gut.

Zusammen mit all ihren Angestellten suchten mich meine Eltern überall. Ob ich wohl in die Kuhtränke gefallen wäre? Ob mich jemand entführt oder eine Schlange mich gebissen hätte. Ich hatte ihnen einen riesigen Schrecken eingejagt. Es war für meine Eltern eine große Erleichterung als ich heile gefunden wurde. Sie waren sehr dankbar dass mir nichts geschehen war, denn ich war ihnen sehr kostbar.

Und wie geht es ihnen mit diesem Gleichnis vom verlorenen Schaf? Können sie sich in diesem Gleichnis finden? Auch ich fühlte mich schon oft verloren. Unser liebevoller, suchender Gott hat mich immer wieder gefunden. Manchmal hat er mich durch sein Wort gefunden, das gepredigte oder gelesene Wort,  und mich dann wieder zu seiner Herde zurrückgeführt. Manchmal hat er mich durch seine Engel gefunden. Für mich sind Engel ganz normale Menschen durch die Gott andere Menschen erreicht. Diese Engel haben mir zugehört, mich verstanden, getröstet, mir Mut gemacht oder sogar für mich gebetet, als ich traurig, mutlos oder hoffnungslos war.

Manch einer von Ihnen könnte bestimmt eine eigene Geschichte erzählen, wo Jesus sie gesucht hat, sie gefunden hat, ihre Gebete erhört hat, sie getröstet und gestärkt hat. Wir haben es tatsächlich mit einem lebendigen Gott zu tun. Dieser Gott gibt uns nicht auf, auch wenn wir uns arm, schwach oder verloren fühlen. Er geht uns immer wieder nach weil er uns liebt.

Manchmal sucht Gott uns, ohne dass wir es wissen. Plötzlich berührt uns ein Lied im Radio, der Sonnenstrahl neben der Regenwolke oder der Händedruck eines Freundes. Gerade dann, wenn wir von Gott weglaufen, hört er nicht auf, uns zu suchen denn jeder Mensch ist kostbar für Jesus.

Amen

Pastor Rupert Schröder